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Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz

"Die Erinnerung ist wie das Wasser: Sie ist lebensnotwendig und sie sucht sich ihre eigenen Wege in neue Räume und zu anderen Menschen. Sie ist immer konkret: Sie hat Gesichter vor Augen, und Orte, Gerüche und Geräusche. Sie hat kein Verfallsdatum und sie ist nicht per Beschluß für bearbeitet oder für beendet zu erklären.“

Noach Flug (1925-2011; Auschwitz-Überlebender und Präsident des IAK)

Rede zum Festakt zum zehnjährigen Bestehen der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ am 23. Juni 2010

Gedenkstättenfahrt nach Auschwitz - Ein Bericht von Helena Krüger

Auf unserer Fahrt nach Auschwitz haben wir viel gesehen und erlebt. Von einigem möchten wir berichten.

Unsere Reise begann am Sonntagmorgen, dem 9. Februar 2018 am Bahnhof Flöha. Von dort aus ging es weiter nach Görlitz über Dresden und ab Görlitz mit dem Bus nach Oświęcim (Auschwitz). In der internationalen Begegnungsstätte angekommen, wurden wir freundlich begrüßt. Der Abend war dafür vorgesehen, sich innerhalb der Gruppe kennen zu lernen und sich auf die kommende Woche vorzubereiten, denn schon am nächsten Morgen stand der Besuch im Stammlager auf dem Programm. Dort wurden wir über das Gelände geführt, konnten die Baracken besichtigen und erhielten Informationen über das dort Geschehene. Weiterhin bestand am Montag die Möglichkeit, sich mit Dokumenten des Archivs Auschwitz zu beschäftigen. 

Am Dienstag, dem 11. Februar 2018 besuchten wir Auschwitz-Birkenau. Auch dort wurde uns im Rahmen einer Führung das Gelände und die erhaltenen Gebäude gezeigt. Wir betraten die ehemaligen Baracken, standen dort, wo die Häftlinge ankamen und sahen die gesprengten Krematorien. Aus Achtung der Würde dieses Ortes, möchte ich nicht weiter ins Detail gehen, was wir im Stammlager und Auschwitz-Birkenau gesehen haben. Ich möchte nur so viel sagen, dass es einen tiefen Eindruck bei uns hinterlassen hat und dass niemand, der diesen Ort gesehen hat, es je wieder vergessen wird. Nachmittags besuchten wir das jüdische Zentrum in Oświęcim und erhielten dort Einblick in das jüdische Leben im Ort im Laufe der Zeit. 

Am Mittwoch hatten wir die Möglichkeit, uns das Stammlager individuell anzusehen. Dabei waren vor allem die Baracken von Interesse, denn einige enthalten von den Opfergruppen selbstgestaltete Ausstellungen. So gibt es zum Beispiel Expositionen der Länder Israel, Frankreich und Ungarn oder der Gruppe der Sinti und Roma. Am Nachmittag desselben Tages fuhren wir nach Pszczyna und besuchten das dortige Schloss. Ein wunderschönes Gebäude, das so gut wie jeden Baustil in sich vereinigt. Es musste nach dem Krieg keine Plünderung erfahren und kann deswegen eine originale Ausstattung vorweisen. Dieser Besuch wirkte wie ein Kontrastpunkt zu dem vorher Erlebten und als dieser war er auch willkommen. 

Am vorletzten Tag, dem Donnerstag besuchten wir Krakau. Auf einer Stadtführung konnten wir die schönsten Plätze Krakaus kennenlernen. Wir besichtigten auch das jüdische Viertel und die Emaillefabrik des Oskar Schindler. Nachmittags konnten wir die Stadt selbst erkunden und abends trafen wir uns wieder in einem jüdischen Restaurant. Dort konnten wir typisch jüdisches Essen kosten und eine Band spielte traditionelle Klezmer Musik für uns.Der Abend war ein wundervoller Abschluss unserer Gedenkstättenfahrt, denn am nächsten Tag fuhren wir am Morgen wieder Richtung Heimat. 

Die Reise war es absolut wert, eine Woche Ferien dafür herzugeben. Das Programm, das die sächsische Landeszentrale für politische Bildung zusammengestellt hatte, war sehr gelungen und macht es möglich von dieser Fahrt als schöne Reise zu sprechen, auch wenn man es bei dieser Thematik nicht erwartet. 

 

Vielen Dank für die Möglichkeit der Reise, sagt der Geschichtsleistungskurs 12 von Herrn Breiting!